Erhöhte Cholesterinwerte frühzeitig erkennen und Herzkrankheiten vorbeugen

Erhöhte Cholesterinwerte sind ein maßgeblicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wichtig ist daher, erhöhte Blutfettwerte frühzeitig zu erkennen und besser einzustellen.

Cholesterin ist ein Blutfett und eine lebenswichtige Substanz. Sie wird für den Aufbau von Zellmembranen sowie für den Hormonstoffwechsel und für die Produktion von Gallensäure gebraucht. Doch um das Cholesterin im Blut zu transportieren, muss es von Transporteiweißen, den Lipoproteinen, umhüllt sein. Je nach Dichte dieser Eiweiße wird zwischen HDL (High Density Lipoprotein) und LDL (Low Density Lipoprotein) unterschieden. Über das LDL wird das Cholesterin von der Leber aus in den Blutkreislauf transportiert und ins Körpergewebe gebracht. Befindet sich zu viel LDL-Cholesterin im Blut, bilden sich Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden und das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall steigt. Daher wird es auch als „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet. HDL hingegen ist der „gute“ Gegenspieler: Es kann Cholesterin aufnehmen und zur Leber transportieren, wo es für die wichtigen Körperfunktionen verwertet wird.

Ab wann ist von erhöhten Cholesterinwerten zu sprechen?

Leider spürt man einen erhöhten LDL-Cholesterinspiegel im Blut nicht. Es gibt angeborene und erworbene Störungen mit sehr hohen LDL-Cholesterinspiegeln, die häufig erst auffallen, wenn es schon relativ spät ist – beim Herzinfarkt oder Schlaganfall. Deshalb ist es wichtig, erhöhte Cholesterinwerte frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Es empfehlen sich regelmäßige Blutuntersuchungen (Screenings), auch wenn man sich scheinbar gesund fühlt. Gemäß aktueller Leitlinien werden folgende – vom individuellen kardiovaskulären Risiko der Patienten abhängige – Werte angestrebt:

  • Bei gesunden Patienten ohne Risikofaktoren sollte der LDL-Cholesterinwert unter 115 mg/dl liegen.
  • Bei gesunden Patienten mit einzelnen Risikofaktoren gilt ein LDL-Cholesterinwert unter 110 mg/dl als Zielwert.
  • Bei Patienten mit mehreren Risikofaktoren sollte der LDL-Cholesterinwert unter 70 mg/dl liegen.
  • Bei Patienten mit hohem Risiko, wie z.B. nach Herzinfarkt oder Schlaganfall, sollte ein LDL-Cholesterinwert von unter 55 mg/dl angestrebt werden.

Cholesterinwerte mit einem gesunden Lebensstil regulieren

Sofern nur eine leichte Erhöhung der Cholesterinwerte vorliegt, kann diese durch eine günstige Umstellung der Ernährung und des Lebensstils verbessert werden. Wichtig ist eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig gesättigten (tierischen) Fettsäuren, die zu einem gesunden Gewicht führt (Body Mass Index 20-25 kg/m²). Ein weiterer Faktor ist Bewegung, mit der sich ebenfalls das HDL-Cholesterin im Körper erhöhen lässt. Das HDL gilt als Gegenspieler des LDL und hilft dabei, das Cholesterin aus den Gefäßen wieder zurück zur Leber zu transportieren.

Ein erhöhter Wert kann übrigens aufgrund eines ungesunden Lebensstils vorliegen, aber auch eine genetische Ursache haben. In jedem Fall ist es besonders für Betroffene wichtig, über den Stand ihrer Blutwerte aufgeklärt zu werden, um daraufhin aktiv eine Veränderung herbeizuführen.

LDL-Cholesterinspiegel senken mit medikamentöser Unterstützung

Da der Körper den Großteil des Cholesterins selbst herstellt und nur rund 15 Prozent über die Nahrung aufgenommen werden, können erhöhte LDL-Werte nur zu einem Teil durch Lebensstiländerungen (Ernährung, Bewegung) reduziert werden. Sollte eine Veränderung des Lebensstils letztendlich nicht mehr ausreichen, um die Cholesterinwerte in einen Normalbereich zu führen, muss zusammen mit dem Hausarzt oder Kardiologen über eine medikamentöse Unterstützung nachgedacht werden. Starterpräparat sind hierbei die Statine, um erhöhte Cholesterinspiegel zu senken. Unterstützend kann auch als Zusatzpräparat Ezetimib verabreicht werden. Die Medikamente werden dann in Kombination gegeben und erzielen meist sehr gute Ergebnisse. In einigen wenigen Fällen reicht jedoch auch die Kombinationstherapie der konventionellen Cholesterinsenker nicht aus, so dass der Patient für eine Behandlung mit einer PCSK9-Spritze in Frage kommt – häufig ist dies im Falle einer genetischen Vorbelastung nötig.

Fazit: Mit einer Lebensstiländerung oder medikamentösen Therapie lassen sich erhöhte Cholesterinwerte gut in den Griff bekommen. Wichtig ist vor allem, die eigenen Cholesterinwerte regelmäßig zu überprüfen und auf eine gesunde Lebensweise zu achten, um einer möglichen Herz-Kreislauf-Erkrankung entgegenzuwirken.