Mit gut eingestelltem Blutdruck das Herz schützen

Tatsächlich gilt Bluthochdruck als Risikofaktor Nummer eins für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daher sollten zu hohe Blutdruckwerte dringend abgeklärt werden.

Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck führt zu Schädigungen an den Gefäßinnenwänden – in der Folge entstehen kleine Einrisse. Diese Verletzungen nimmt der Körper als Wunde wahr und versucht sie mithilfe körpereigener Substanzen zu flicken. Es bilden sich Ablagerungen, die dazu führen, dass die Gefäße weiter verengen und das Blut immer schwerer hindurchfließen kann. Ein kompletter Gefäßverschluss kann eine Folge dessen sein. Tritt dieser Verschluss an den Herzkranzgefäßen auf, dann wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt – es droht ein Herzinfarkt. Teile des Herzmuskels können dabei absterben, was zu einer dauerhaften Beeinträchtigung und Leistungsminderung der Betroffenen führt.

Schlussendlich endet dieser Prozess in einem Teufelskreis: Verstopfte Körpergefäße führen dazu, dass der Blutdruck immer weiter ansteigt. Sie werden zudem nicht nur enger, sondern auch unelastischer. Dadurch reagieren sie unter Belastung nicht mehr so flexibel, wie die Gefäße eines gesunden Menschen und können den Blutdruck nicht entsprechend kompensieren – weitere Schädigungen von Gefäßen und Organen können die Folge dessen sein.

Ab wann ist von Bluthochdruck zu sprechen?

Um den menschlichen Körper und dessen Organe vollständig mit Blut zu versorgen, braucht es das Herz. Wenn dieses Blut an den Körper auswirft, zieht es sich dabei zusammen und erzeugt einen Druck – den sogenannten Blutdruck. Dieser Druck überträgt sich auf die übrigen Gefäße des Körpers, wo er zum Beispiel mit einem Blutdruckmessgerät abgelesen werden kann. Genaugenommen beschreibt der Druck des zusammengezogenen Herzens den „systolischen“ und der des entspannten Herzens den „diastolischen“ Blutdruck. Angegeben wird er daher mit einem oberen (systolischen) und einem unteren (diastolischen) Wert.

Von Bluthochdruck – oder auch arterieller Hypertonie – ist dann die Rede, wenn der Blutdruck chronisch, das heißt dauerhaft erhöht ist. Einmalig erhöhte Messungen sollten zwar weiterführend kontrolliert, aber kein automatischer Grund zur Sorge sein!

 

Kategorie Systolisch (mmHg)   Diastolisch (mmHg)
Optimal  < 120 und < 80
Normal 120 – 129 und/oder 80 – 84
Hochnormal 130 – 139 und/oder 85 – 89
Hochdruck Grad 1 140 – 159 und/oder 90 – 99
Hochdruck Grad 2 160 – 179 und/oder 100 – 109
Hochdruck Grad 3 ≥ 180 und/oder ≥ 110

 

Symptome eines zu hohen Blutdrucks

Oftmals bleibt ein dauerhaft erhöhter Blutdruck lange Zeit unbemerkt: Die Diagnose Bluthochdruck wird erst gestellt, wenn Folgeschäden bereits aufgetreten sind (z.B. koronare Herzkrankheiten, Herzschwäche oder sogar Herzinfarkt, Schlaganfall, etc.).

Dennoch gibt es frühzeitige, wenn auch unspezifische Anzeichen, die ernst genommen werden sollten:

  • Schwindel
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Kurzatmigkeit
  • Schlaflosigkeit

Bei stark erhöhten Blutdruckwerten kann es auch zu Schmerzen in der Brust, Luftnot und einer Abnahme des Sehvermögens kommen.

Diagnose und Ursachen von Bluthochdruck

Um die Diagnose Bluthochdruck zu erhalten, reichen einmalig erhöhte Blutdruckwerte nicht aus. Vielmehr sollten von ärztlicher Seite drei Messungen an zwei verschiedenen Tagen angestellt werden, die allesamt erhöhte Werte zeigen. Darüber hinaus müssen Medikamente wie Cortison oder die „Pille“ sowie mögliche Grundkrankheiten wie Hormonerkrankungen, Nierenerkrankungen oder das Schlafapnoe-Syndrom, als Hauptursache ausgeschlossen werden. Erst dann lautet die Diagnose: Primäre (essentielle) Hypertonie.

Im Anschluss an die erfolgte Diagnose sollten mögliche Folgeschäden abgeklärt werden. Das kann über bildgebende Verfahren wie z.B. ein EKG oder ein Ultraschall des Herzens erfolgen; zudem sollte möglichen Netzhautschäden über eine Spiegelung des Augenhintergrunds auf den Grund gegangen werden.

Oben beschriebene Grundkrankheiten, bspw. der Nieren, Hormonerkrankungen oder das Schlafapnoe-Syndrom, sind eher selten für erhöhte Blutdruckwerte verantwortlich. Wäre dass der Fall, dann wäre die Rede von einer sekundären Hypertonie.
In neun von zehn Fällen liegt die Ursache für einen dauerhaft erhöhten Blutdruck jedoch im modernen Lebensstil: Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkoholkonsum, Rauchen, ein übermäßiger Kochsalzkonsum und verschiedenste Stressfaktoren lassen Bluthochdruck zu einer der wichtigsten Zivilisationskrankheiten in Industrieländern werden. Auch eine genetische Veranlagung spielt in diesem Zusammenhang eine bedeutende Rolle.

Wie lässt sich Bluthochdruck positiv beeinflussen?

Auch wenn es schwierig ist, erhöhten Blutdruckwerten eine eindeutige Ursache zuzuschreiben, so ist man sich in Fachkreisen einig: Ein erster Weg sollte immer über eine Veränderung des Lebensstils erfolgen. Dazu zählen die Umstellung von Ernährungsgewohnheiten, ausreichend Sport und Bewegung sowie ein sofortiger Rauchstopp. Die größte Hürde wird an dieser Stelle die Überwindung des inneren Schweinehundes sein – zwangsläufig sollte man sich daher Strategien für den eigenen Antrieb überlegen. Kochkurse und Sportgruppen erweisen sich häufig als effektive Motivatoren.

Zudem lässt sich ein dauerhaft erhöhter Blutdruck durch die Einleitung einer medikamentösen Therapie beeinflussen: Sie sollte jedoch die zweite Wahl sein oder als ergänzende Maßnahme hinzugezogen werden. Da eine blutdrucksenkende Wirkung über unterschiedliche Arzneimittel erzielt werden kann, sollte die medikamentöse Einstellung unbedingt in ärztlicher Absprache erfolgen.

Herz-Tipp: Gewöhnen Sie sich an, Ihren Blutdruck regelmäßig zu Hause zu kontrollieren, z. B. mithilfe eines Blutdruck-Tagebuchs!