Was ist gefährlicher: Zigarette, E-Zigarette oder Wasserpfeife?

Die Beliebtheit von E-Zigaretten und Wasserpfeifen hat in der letzten Zeit rasant zugenommen. Oftmals werden diese Varianten sogar als weniger schädliche Alternativen zum Tabakrauchen angesehen. Nun gibt es neue Daten zu diesen Raucharten, die im Fachmagazin European Heart Journal veröffentlicht wurden.

Welche Stoffe werden freigesetzt?

Der Rauch von E-Zigaretten enthält Acrolein, Formaldehyd, Spuren von Nickel, Kobalt, Chrom und Blei sowie flüchtige organische Verbindungen. Alle erwähnten Substanzen sind dafür bekannt, die Zellen zu schädigen. Im Rauch von Zigaretten und Wasserpfeifen befindet sich eine deutlich komplexere Mischung aus gesundheitsschädlichen Substanzen. Der Suchtstoff Nikotin ist in allen drei Rauchprodukten enthalten.

Organschäden durch E-Zigaretten und Wasserpfeifen

Alle untersuchten Raucharten – Tabakrauchen, E-Zigarette und Wasserpfeife – wirkten sich negativ auf die Funktion der Endothelzellen aus, die die innere Wandschicht der Blutgefäße bilden. Diese Zellen sind sehr wichtig: Störungen des Endothels sind die Voraussetzung für die Arteriosklerose, also die Erkrankung der Gefäße, die zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen führt. Laut den Autoren führten alle drei Raucharten auch zu einer Zunahme der Gefäßsteifigkeit, welche ebenfalls ein Risikofaktor für tödliche Herzinfarkte und Schlaganfälle ist.

Des Weiteren fanden die Forscher heraus, dass Zigarettenrauchen, verglichen mit Nichtrauchen, das Risiko an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu erkranken um 704 Prozent erhöht, Wasserpfeifen um 218 Prozent und E-Zigaretten um 194 Prozent.

Wie wirkt sich das Rauchen auf den Verlauf einer Covid-19-Infektion aus?

In dem Artikel aus dem European Heart Journal wird zudem bestätigt, dass das Rauchen von Zigaretten, E-Zigaretten und Wasserpfeifen die Symptome einer Covid-19-Erkrankung verschärfen könne: Durch das Rauchen erhöhe sich das Risiko bei einer Covid-19-Infektion auf eine Intensivstation zu kommen, künstlich beatmet werden zu müssen und ernsthafte Gesundheitsschäden davonzutragen.

Fazit

E-Zigaretten und Wasserpfeifen sind also keine harmlosen Alternativen zum Tabakrauchen. Deutschland ist derzeit das einzige EU-Land, in dem Plakatwerbung für Zigaretten und E-Zigaretten weiterhin erlaubt ist. Dabei gelten E-Zigaretten und Wasserpfeifen jedoch insbesondere bei Jugendlichen als „Einstiegsdrogen“ für das Zigarettenrauchen. Denn vor allem die Auswahlmöglichkeiten an verschiedenen Aromen machen diese Raucharten für jugendliche Zielgruppen scheinbar besonders attraktiv.

Die STIFTUNG BREMER HERZEN ist der Meinung, dass eine stärkere Regulierung durch die Politik sowie ein größeres Bewusstsein der Bevölkerung über die Gefahren von E-Zigaretten und Wasserpfeifen dringend notwendig sind, um das gewinnbringende, aber gefährliche Geschäft mit E-Zigaretten und Wasserpfeifen einzudämmen.