Erhöhtes Herzinfarkt-Risiko durch Grippeinfektion

Die Grippewelle hat uns in diesen Wochen wieder im Griff. Seit Jahresbeginn wurden tausende Influenza-Fälle in Niedersachsen gezählt und auch die Bremer sind betroffen. Vor allem Ihr Herz sollten Sie bei einer Erkrankung im Auge behalten. Denn neueste Studien belegen, dass eine Grippe das Herz stark beeinträchtigen kann. Laut einer kanadischen Studie (Kwong et al. N Engl J Med 2018; 378:345-353) steigt in den ersten sieben Tagen einer Infektion das Herzinfarktrisiko bei Erkrankten um das Sechsfache.

Dass bei Entzündungsprozessen das Herzinfarktrisiko steigt, ist bereits seit längerem bekannt. Eine Grippe kann ebenso zu einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) führen. Grippe-Patienten sollten daher besonders auf Beschwerden achten, die auf einen Herzinfarkt oder eine Herzmuskelentzündung hindeuten und bei ersten Anzeichen einen Arzt aufsuchen.

Alarmzeichen sind: schwere Schmerzen im Brustkorb, die in Arme, Schultern oder Kiefer ausstrahlen; Engegefühl im Brustkorb; Schwächegefühl und Übelkeit; bei Frauen sind Atemnot, Übelkeit und Erbrechen häufig alleine Anzeichen.

Prinzipiell gilt, dass man sich bei Grippeinfekten schonen und Sport bzw. schwere körperliche Arbeit vermeiden sollte, bis der Infekt abgeklungen ist.

 

So schützen Sie sich vor einer Ansteckung

Der beste Schutz gegen Grippe ist eine Impfung, die jedes Jahr verabreicht werden sollte. Die Zusammensetzung des Impfstoffes wird jährlich überprüft und gegebenenfalls an den vorhergesagten Erreger-Typ einer Grippewelle angepasst.

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) rät aktuell zu einem Vierfach-Impfstoff für:

  • Menschen ab 60 Jahren,
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen,
  • chronisch Kranke, z. B. bei Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
  • Schwangere sowie
  • medizinisches Personal.

Eine Grippeimpfung bedeutet aber immer nur einen Teilschutz. Im Idealfall vermeiden Sie auch große Menschenansammlungen oder den direkten Kontakt mit Erkrankten. Die beste Empfehlung, um sich zusätzlich vor einer Grippeinfektion zu schützen, ist regelmäßiges und gründliches Händewaschen.

 

Händewaschen schützt vor Infektionen

Ein Großteil aller ansteckenden Krankheiten wird über die Hände übertragen. Krankheitserreger können z.B. beim Händeschütteln oder über gemeinsam benutzte Gegenstände (z.B. Türklinken, Haltegriffe oder Treppengeländer) leicht von Hand zu Hand gehen. Fasst man sich dann selbst ins Gesicht, können die Erreger über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper gelangen und eine Infektion auslösen.

Regelmäßiges und gründliches Händewaschen ist eine einfache und wirksame Maßnahme, mit der Sie sich und andere vor Ansteckungen schützen können.

 

Gründliches Händewaschen:

  • Zunächst die Hände unter fließendes Wasser halten und gut befeuchten
  • Dann Hände gründlich 20-30 Sekunden einseifen: Handinnenflächen, Handrücken, Fingerspitzen und Fingerzwischenräume. Daumen und Fingernägel nicht vergessen.
  • Unter fließendem Wasser abspülen; in öffentlichen Toiletten am besten zum Schließen des Wasserhahns den Ellenbogen oder ein Einweghandtuch benutzen
  • Sorgfältig abtrocknen, Fingerzwischenräume nicht vergessen; in öffentlichen Toiletten am besten Einweghandtücher verwenden; zuhause sollte jeder ein persönliches Handtuch benutzen

 

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