Das schwache Herz im Fokus: Patientenseminar am 22.11.2017

Das Herz ist der Motor des unseres Lebens und schlägt 60 bis 80 Mal pro Minute. Tag und Nacht. Eine chronische Herzschwäche bzw. Herzinsuffizienz führt dazu, dass das Herz nicht mehr in der Lage ist, den Körper mit ausreichend Blut und damit auch mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Es kommt zu Beschwerden wie Atemnot, Leistungsschwäche und Flüssigkeitseinlagerungen in den Beinen und Knöcheln. Allein in Deutschland leiden nach Schätzungen zwei bis drei Millionen Menschen an einer Herzschwäche.

 


Kostenloses Patientenseminar „Das schwache Herz“

Am Klinikum Links der Weser findet am Mittwoch, den 22. November, von 17:30 bis 19:30 Uhr ein kostenloses Patientenseminar zum Thema Herzinsuffizienz statt. In Vorträgen gehen die Referenten der Stiftung Bremer Herzen und des Klinikums Links der Weser auf Ursachen, Diagnose, Therapie und Möglichkeiten der Vorbeugung einer Herzschwäche ein.

Mittwoch, 22. November, 17:30 Uhr bis 19:30 Uhr
Veranstaltungsort: visit:Hotel Links der Weser, Senator-Weßling-Straße 1, 28277 Bremen
Das Seminar findet im Rahmen der bundesweiten Herzwoche der Deutschen Herzstiftung statt.


Das schwache Herz

Die Herzinsuffizienz lässt sich unterscheiden in die systolische Herzschwäche (Systole: Phase, in der sich das Herz zusammenzieht und Blut in den Kreislauf pumpt) und die diastolische Herzschwäche (Diastole: Entspannungsphase des Herzens; der Herzmuskel erschlafft und nimmt Blut auf). Bei der systolischen Herzschwäche mangelt es dem Herzen an Kraft, ausreichend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Bei der diastolischen Herzschwäche fehlt dem Herzmuskel die Elastizität, genügend Blut aufzunehmen.

Herzschwäche beginnt oft schleichend, es können aber auch sehr schnell gravierende Symptome auftreten. Meist kommt es zu Müdigkeit, einer Abnahme der Leistungsfähigkeit und Atemnot bei Belastung. Die Beschwerden treten häufig zunächst nur bei großer Anstrengung auf, im Verlauf der Erkrankung bleibt den Betroffenen dann aber schon bei einfachen Tätigkeiten im Alltag die Luft weg, beispielsweise beim Treppenteigen oder leichten Wanderungen. Weitere Anzeichen einer Herzinsuffizienz können Wasserablagerungen sein, die sich durch Schwellungen an Knöcheln oder Unterschenkeln zeigen (sogenannte Ödeme).

Bei derartigen Beschwerden sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich um eine Herzkrankheit handelt.

 

Ursachen und Therapie der Herzinsuffizienz

Die chronische Herzschwäche ist nicht als eigenständige Erkrankung zu verstehen, sondern als Folge anderer Herzerkrankungen. In etwa 70% der Fälle entwickelt sich die Herzschwäche aus einer koronaren Herzkrankheit (KHK) und langjährigem Bluthochdruck, der nicht oder nicht ausreichend behandelt wurde. Weitere Ursachen können defekte Herzklappen, entzündliche Herzkrankheiten, angeborene Herzfehler, aber auch Alkohol- und Drogenmissbrauch sein.

Je früher die Herzschwäche erkannt wird, umso besser lässt sie sich behandeln und umso besser können Lebenserwartung sowie Lebensqualität beeinflusst werden.

Wichtig ist die Behandlung der Grundkrankheit, also z.B. die Einstellung des hohen Blutdrucks, Kathetereingriffe bei einer KHK, um schlecht durchblutetes Gewebe wieder zu aktivieren, oder der Ersatz einer defekten Herzklappe.

Es gibt zudem verschiedene wirksame Medikamente zur Behandlung einer Herzschwäche. Dazu zählen u.a. Medikamente mit blutdrucksenkender und entwässernder Wirkung oder Arzneien zur Stabilisierung des Herzrhythmus. Häufig eingesetzte Medikamenten-Gruppen sind die sogenannten ACE-Hemmer/AT1-Blocker, die Beta-Blocker und die Diuretika.

Vorbeugen lässt sich eine Herzschwäche durch einen gesunden Lebensstil: Wer sich ausreichend bewegt, nicht raucht und auf ein gesundes Gewicht achtet, kann das Risiko für eine Herzschwäche halbieren, wie eine große Studie mit 21 000 Teilnehmern zeigte (Djoussé et al., JAMA 2009).

 

Aktiv trotz Herzschwäche

Ausreichende Bewegung ist auch ein Schlüsselfaktor, um die Leistungsfähigkeit eines schwachen Herzens verbessern. Riet man Patienten mit einer Herzschwäche früher noch dazu, sich zu schonen, weiß man heute, dass Bewegung hilft und zudem die Lebensqualität enorm steigert. Es empfehlen sich körperliche Aktivitäten wie Spazierengehen, Wandern, Nordic Walking oder Radfahren. Betroffene sollten jedoch zunächst richtig eingestellt sein und einen Trainingsplan individuell mit dem behandelnden Arzt abstimmen. Dann haben sie durch regelmäßiges Training eine gute Möglichkeit, selber etwas gegen das Fortschreiten der Erkrankung Herzinsuffizienz zu tun.