NDR Visite: Angina Pectoris – Bewegung hilft gegen Herzenge

Beim NDR-Gesundheitsmagazin „Visite“ ging es am 14.11.2017 um das Thema Angina Pectoris. Die sogenannte stabile Angina Pectoris ist ein Zeichen dafür, dass der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird. Gegen die Herzenge kann Bewegung helfen. Als Experten wurden dazu Prof. Hambrecht, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bremer Herzen, und Prof. Wienbergen, Leiter des Bremer Instituts für Herz- und Kreislaufforschung (BIHKF) befragt. Prof. Hambrecht war zudem als Interview-Gast im Studio.

Hier finden Sie den Beitrag sowie das Interview:

Eine Angina Pectoris ist oft ein Anzeichen für eine koronare Herzerkrankung und bezeichnet zeitweilige Schmerzen in der Brust oder ein Engegefühl im Brustkorb. Treten die Beschwerden regelmäßig unter den gleichen Umständen bei Belastung auf, spricht man von einer stabilen Angina Pectoris. Die Schmerzen sind ein Warnzeichen für eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße. Unter Belastung muss das Herz mehr Blut durch den Körper und in die Muskeln pumpen. Schmerzen und Engegefühle im Brustkorb entstehen, wenn der Herzmuskel selbst aufgrund von einer Verengung der Gefäße nicht ausreichend mit Blut versorgt wird.

Treten die Schmerzen jedoch auch unter Ruhe auf oder ändert sich die Intensität (Schmerzen plötzlich auch bei leichter Belastung, vorher nur bei schwerer Belastungen), spricht man von einer instabilen Angina Pectoris. Bei diesen Beschwerden sollte umgehend ein Notarzt alarmiert werden!

 

Training hilft bei Herzleiden – Das sollten Sie beachten

Viele Menschen, die unter einer stabilen Angina Pectoris leiden, scheuen sportliche Aktivitäten. Doch neben der medikamentösen Therapie ist wohldosierter Sport ein ideales Mittel, das sich positiv auf den Herzmuskel auswirkt und die Durchblutung verbessert. Wer unter einer Angina Pectoris leidet, sollte möglichst mehrmals pro Woche trainieren.

Generell sollten Menschen mit einem Herzleiden erst nach einer ärztlichen Untersuchung mit dem Training beginnen. Gehen Sie es lieber langsam an und steigern Sie kontrolliert die Intensität. Als Ziel gelten drei bis vier Trainingseinheiten von mindestens 30 Minuten pro Woche. Das Training soll fordernd sein, jedoch ohne Brustschmerzen zu verursachen. Es werden 60 bis 75 Prozent der maximalen Herzfrequenz empfohlen (Eine allgemeine Formel für die max. Herzfrequenz ist: 220 minus eigenes Lebensalter). Bestimmen Sie gemeinsam mit dem Kardiologen, wie hoch der Puls beim Sport sein darf.

Walking, Laufen, Schwimmen, Radfahren oder auch das Training am Ergometer sind ideale Sportarten für Herzpatienten. Bewegung lässt sich auch gut in den Alltag einbeziehen: nutzen Sie die Treppe statt den Aufzug, das Fahrrad statt das Auto und gehen Sie joggen statt den Abend auf dem Sofa vorm TV zu verbringen.

 

So bleiben Sie am Ball:

  • Setzen Sie sich realistische Ziele.
  • Führen Sie am besten feste Zeiten und Termine ein, an denen Sie Sport treiben.
  • Sport in der Gruppe (z.B. Koronarsport-Gruppen) kann Ihnen helfen, die Motivation zu halten.
  • Beziehen Sie auch den Partner, Angehörige oder Freunde mit ein und motivieren Sie sich gegenseitig.
  • Bewegung im Freien ist gut, um aber wetterunabhängig zu sein, bietet sich auch ein Heimtrainer oder der Sport im Fitness-Studio an.
  • Schrittzähler oder Bewegungs-Apps veranschaulichen Ihre Trainingserfolge und motivieren zugleich.

 

Wissenschaftlich belegt: Mehr Lebensqualität im Alter durch regelmäßige Bewegung

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen beugt Bewegung auch geistigem Abbau und Demenz vor. Forscher haben belegen können, dass mehr Bewegung (z.B. regelmäßiges Walken) bei Studienteilnehmern zu einer Zunahme wichtiger Bereiche der grauen Hirnsubstanz und besseren Ergebnissen bei Gedächtnis-Tests (Erickson et al. Neurology 2010; 75:1415-22) geführt hat. Auch die Pflegebedürftigkeit im Alter sinkt durch körperliches Training. Wer sich regelmäßig bewegt und Sport treibt, kann also seine Lebensqualität und Selbständigkeit im Alter verbessern.