Deutsche werden immer dicker – jeder vierte Erwachsene fettleibig

Übergroße Portionen, Fast Food und zuckerhaltige Softgetränke – viele Deutsche essen zu fett, zu süß und zu viel. Hinzu kommt in vielen Fällen mangelnde Bewegung. Die Folgen sind Übergewicht oder auch Adipositas (Fettleibigkeit) und damit Gefahren für den Körper. Aktuelle Studien belegen, dass sich weltweit seit den 1980er-Jahren die Rate der Adipositas in den meisten Ländern verdoppelt hat. Auch die Deutschen sind deutlich zu dick. Rund 59 % der Männer und 37 % der Frauen sind übergewichtig und etwa jeder vierte Erwachsene ist fettleibig. Mit verschiedenen Aktionen und Angeboten klärt die Stiftung Bremer Herzen über Übergewicht und Fettleibigkeit auf und gibt Hilfestellung zu gesünderer Ernährung und herzgesunder Lebensweise.

 

Übergewicht und Adipositas begünstigen Herzinfarkte

Wer zu viele Pfunde auf die Waage bringt, schadet seinem Herzen, denn Übergewicht und Adipositas führen zu einer enormen Belastung für das Herz-Kreislauf-System. Von Übergewicht spricht man, wenn der Body-Mass-Index (BMI), also das Körpergewicht geteilt durch das Quadrat der Größe in Metern, zwischen 25 und 30 kg/m² liegt. Eine Adipositas liegt bei einem BMI von über 30 vor. “Das Herz muss stärker arbeiten, da es mehr Körpermasse mit Blut und Sauerstoff versorgen muss”, erklärt Prof. Dr. Rainer Hambrecht, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bremer Herzen und Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Links der Weser. “Das Risiko für Fettstoffwechselstörungen, erhöhten Blutdruck und Typ-2-Diabetes steigt, was das Risiko für Herzkrankheiten zusätzlich erhöht.”

Übergewicht und Fettleibigkeit sind gefährlicher als bisweilen angenommen. Nach neuesten Erkenntnissen steigt das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung deutlich mit höherem Körpergewicht. Während es bei übergewichtigen Menschen doppelt so hoch ist wie bei Normalgewichtigen, ist das Risiko mit Adipositas bereits fünfmal höher und bei einem BMI über 35 sogar um das Fünfzehnfache erhöht.

 

Mit gesunder Ernährung und mehr Bewegung das Sterberisiko senken

Vielen fällt es schwer, ihre Ernährungsgewohnheiten zu ändern. Auch herrscht der Irrglaube vor, dass es sich im fortgeschrittenen Lebensalter nicht mehr lohnen würde, jahrelange schlechte Ernährung umzustellen. Doch es ist nie zu spät, auf eine gesunde Ernährung umzuschwenken, wie Studien belegen: Denn schon kleine Verbesserungen der Ernährungsgewohnheit können bereits nach wenigen Jahren das Sterberisiko verringern. Es lohnt sich also auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung zu achten.

“Ideal um ein Normalgewicht zu erreichen und zu halten, ist die mediterrane Küche mit viel frischem Obst und Gemüse, fettarmem Fisch und wenig Fleisch”, rät Prof. Dr. Harm Wienbergen, Leiter des Bremer Instituts für Herz- und Kreislaufforschung (BIHKF). Weitestgehend sollte man auf einfache Kohlenhydrate verzichten, die sich in Weißmehlprodukten wie Toast, Brötchen und Nudeln, in Zucker und auch in Alkohol finden. Wertvoll dagegen sind die komplexen Kohlenhydrate in Vollkornmehl, Obst und ballaststoffreichen Hülsenfrüchten wie Erbsen, Bohnen oder Linsen.

Zu einer herzgesunden Lebensweise gehört auch eine gute Portion Bewegung. Vor allem wer im Job viel sitzt, sollte auf ausreichend Ausgleich achten. Als optimal gelten 10.000 Schritte am Tag. Mehr Bewegung lässt sich oftmals in den Alltag integrieren: Zum Beispiel mit einem kleinen Spaziergang in der Mittagspause oder nach Feierabend. Viele Wege lassen sich auch mit dem Rad statt mit dem Auto erledigen.

 

Präventionsangebote gegen Übergewicht und Adipositas

“Mit unterschiedlichen Aktionen machen wir auf das Thema Übergewicht und Herzgesundheit aufmerksam und geben wertvolle Tipps, wie sich eine gesündere Lebensweise in den Alltag integrieren lässt”, sagt Prof. Dr. Hambrecht.

Eine solche Aktion ist Healthy Hearts, ein spezielles Angebot zum betrieblichen Gesundheitsmanagement für Bremer Firmen. Neben Kardio-Check-ups und Gesundheitsberatung stellt die Stiftung Bremer Herzen mit der Betriebskantine ein herzgesundes Menü zusammen und bietet den Angestellten Rezept- und Ernährungstipps. Mit der BREMER HERZOLYMPIADE, einem Sportturnier für Firmenteams, wird zu mehr Sport und Bewegung animiert. Auch bei den BREMER HERZTAGEN, zwei Aktionstagen am 19. und 20. Oktober 2017 in der Berliner Freiheit und dem Roland-Center, klärt die Stiftung über Herzgesundheit, Ernährung und Bewegung auf. Beim Bildungsprojekt Hallo. Hier spricht dein Herz, das die Stiftung Bremer Herzen in Kooperation mit der AOK Bremen/Bremerhaven und dem Universum Bremen realisiert hat, werden schon Kinder und Jugendliche für das Thema Herzgesundheit sensibilisiert.

Es ist besonders wichtig, bereits früh auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung zu achten, um Übergewicht und Fettleibigkeit zu verhindern. Denn bereits in jungen Jahren können sich die Weichen für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung stellen.

 

Quellen: