Neue randomisierte multizentrische Studie des BIHKFs geplant

Der Herzinfarkt ist eine lebensbedrohliche Erkrankung und birgt ein hohes Risiko für einen erneuten Infarkt (10% im ersten Jahr). Studien haben gezeigt, dass bei vielen Patienten die Risikofaktoren ein Jahr nach dem Herzinfarkt schlecht eingestellt sind. Doch wie kann man Herzinfarkt-Patienten so gut einstellen, dass es nicht zu neuen Infarkten kommt?

Um diese Frage zu beantworten, führt die STIFTUNG BREMER HERZEN am Bremer Institut für Herz- und Kreislaufforschung (BIHKF) seit 2013 das Forschungsprojekt „Intensives Langzeit-Präventions-Programm nach Herzinfarkt in Nordwestdeutschland“ (IPP-Studie) durch. Der primäre Endpunkt der Studie wurde 2017 erreicht, die Ergebnisse sind aktuell zur Publikation eingereicht.

Aufbauend auf den Ergebnissen der IPP-Studie planen wir aktuell eine Folgestudie, die den Langzeitverlauf der IPP-Teilnehmer untersucht und die Effekte einer Auffrischung und Individualisierung des Präventionsprogrammes (Prevention Boost) überprüft.

„Mit der neuen Studie wollen wir untersuchen, wie lange intensive Prävention nach einem Herzinfarkt notwendig ist, um Risikofaktoren der Infarktpatienten gut einzustellen und einen erneuten Infarkt zu verhindern,“ erklärt Prof. Dr. Harm Wienbergen, Leiter des Bremer Instituts für Herz- und Kreislaufforschung (BIHKF).

 

Individuelle Betreuung im Fokus

Die Teilnehmer werden von unserem Studienteam intensiv betreut und erhalten ein individuelles Programm zu ihren jeweiligen Risikofaktoren. Dabei geht es um Themen wie Rauchen, erhöhte Cholesterinwerte, Bewegungsmangel, Bluthochdruck, Übergewicht oder Diabetes. Unter anderem sollen spezielle Gruppen-Module, individuelle Beratungen, regelmäßige Visiten mit unseren Studienärzten wie auch telemedizinische Betreuung anhand von Online-Schulungen und elektronischen Schrittzählern zum Einsatz kommen.

Die Ergebnisse der Studie sollen dazu beitragen, Risikofaktoren für das Erleiden eines weiteren Infarktes deutlich zu minimieren und die derzeitige medizinische Standardversorgung zu optimieren.