Mit Werten für gesunde Ernährung sensibilisieren

Bei viel zu vielen Kindern und Jugendlichen gehört Fast Food zur täglichen Ernährung. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind in Deutschland rund 15 Prozent aller Drei- bis 17-Jährigen übergewichtig – das sind fast zwei Millionen Kinder und Jugendliche. Es ist eine wichtige Aufgabe, Kinder und Jugendliche frühzeitig über Risikofaktoren aufzuklären und für einen gesunden Lebensstil zu motivieren. Aber wie fördert man gesundes Ernährungsverhalten?

US-Psychologen von der University of Chicago kommen jetzt zu dem Schluss, dass generelle Information über gesundes Essen bei Kindern und Jugendlichen zu wenig bringe. Wirksamer seien speziell auf sie zugeschnittene Ernährungskampagnen, die auch an Werte appellieren, wie z.B. soziale Gerechtigkeit.

Die Forscher haben Gruppen von Achtklässlern Artikel zu lesen gegeben, in denen es um Methoden der Lebensmittelindustrie ging, Produkte mit gewissen Suchtpotenzialen herzustellen, mit Verpackungen und Werbung besonders Kinder anzusprechen und den Anschein zu erwecken, ungesunde Lebensmittel seien gesund. Bei einer Schulfeier kurz darauf griffen diese Schülerinnen und Schüler dann weniger zu ungesunden Lebensmitteln und Getränken als andere, die allgemeiner oder gar nicht informiert wurden.

Auch in Fragebögen stimmten sie eher Aussagen zu wie „Wenn ich gesund esse, fühle ich, dass ich die Kontrolle über meine Ernährungsgewohnheiten übernehme.“, „Wenn ich gesund esse, trage ich meinen Teil dazu bei, Kinder zu schützen, die von Lebensmittelunternehmen gesteuert werden.“ oder „Ich respektiere gesunde Esser mehr als ungesunde Esser.“

Mehr zu den Ergebnissen der Studie:
http://www.pnas.org/content/early/2016/09/06/1604586113