Prof. Dr. Rainer Hambrecht für Lebenswerk ausgezeichnet

Jährlich zeichnet die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) internationale Persönlichkeiten für besondere Leistungen in der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus. Auf der Jahrestagung der DGK wurde am 26. April 2019 die Ehrenauszeichnung an den Bremer Kardiologen Prof. Dr. Rainer Hambrecht verliehen. Der Vorsitzende der Stiftung Bremer Herzen und Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Links der Weser erhielt den „Honorary Award 2019 Lecture on Prevention“ für sein jahrelanges Engagement in der Präventionsmedizin.

 

Mit nachhaltiger Prävention Herzleiden verhindern

Bereits in jungen Jahren werden Herzerkrankungen durch Risikofaktoren wie Rauchen, ungesunde Ernährung oder Bewegungsmangel begünstigt. Prävention ist daher ein zentrales Thema der Gesundheitsvorsorge und schon im Kinderalter wichtig, damit das Herz bis ins hohe Alter funktionstüchtig bleibt. Für seine maßstabsetzende Arbeit, mit der sich Prof. Hambrecht in bedeutender Weise für ein gesundheitsbewusstes Leben und die Prävention von Herzerkrankungen einsetzt, wurde er nun auf dem größten deutschen Kardiologenkongress in Mannheim mit dem seit 2002 verliehenen Ehrenpreis ausgezeichnet.

„Seine Arbeiten zur Prävention von Herzerkrankungen durch körperliches Training haben wesentlich dazu beigetragen, dass heute körperliche Bewegung und Ausdauertraining bei Herzpatienten neben der medikamentösen Therapie als adjuvante Therapie international etabliert ist“, betont Laudator Prof. Dr. Joachim Thiery vom Universitätsklinikum Leipzig die Bedeutung der Arbeit von Prof. Hambrecht. In seiner langjährigen Tätigkeit an den Universitäten Heidelberg und Leipzig hatte Prof. Hambrecht in einer Vielzahl von hochrangig publizierten wissenschaftlichen Arbeiten gezeigt, dass körperliches Training günstige Effekte bei Patienten mit Herzerkrankungen hat. So wies er nach, dass Training die Funktion der Gefäßinnenhaut (Endothel) verbessert und bei Herzschwäche zu einer Verbesserung der Herzleistung führt.

 

Aufklärung und Forschung für ein herzgesundes Bremen

Seit 2006 leitet Prof. Hambrecht die Kardiologie im Klinikum Links der Weser in Bremen. Das kleinste Bundesland gilt statistisch gesehen als Herzinfarkt-Hochburg. „Die Versorgung von Herz-Kreislauf-Patienten ist in Bremen auf einem sehr hohen Niveau. Dennoch versterben überdurchschnittlich viele Patienten an einem Herzleiden“, erklärt Prof. Hambrecht. „Ziel muss es daher sein, noch früher anzusetzen und mit nachhaltiger Prävention Herzerkrankungen zu verhindern.“ 2010 hat Prof. Hambrecht daher die Stiftung Bremer Herzen gegründet, die sich mit intensiver Forschung und zahlreichen Präventionsaktionen für die Herzgesundheit in Bremen einsetzt.

Die Stiftung Bremer Herzen klärt unter anderem auf Veranstaltungen wie den BREMER HERZTAGEN die Bevölkerung über Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf, animiert mit der kostenlosen Laufaktion „BREMEN LÄUFT 10!“ Inaktive zum regelmäßigen Sport und sensibilisiert bereits Kinder und Jugendliche in Projekten in Schulen und mit der Aktion „Hallo. Hier spricht dein Herz“ im Universum Bremen über Risikofaktoren.

Am Bremer Institut für Herz- und Kreislaufforschung (BIHKF) der Stiftung wurde zudem eine Stiftungsprofessur für Versorgungs- und Präventionsforschung eingerichtet und seitdem die wissenschaftliche Arbeit am Standort Bremen noch weiter intensiviert. Stiftungsprofessor Harm Wienbergen arbeitet mit seinem Studienteam an zahlreichen Forschungsprojekten, die die Erkennung und Behandlung von Herzerkrankungen verbessern. Hierzu zählt z.B. die IPP-Studie, die kürzlich international publiziert wurde und den Effekt eines Langzeit-Präventionsprogrammes nach Herzinfarkt nachweist.

„Die Prävention der Zukunft sollte verschiedene Ziele haben“, verdeutlicht Prof. Hambrecht in seinem Vortrag anlässlich der Preisverleihung während der DGK-Jahrestagung. „Wir benötigen effektive bevölkerungsbezogene Maßnahmen, um möglichst viele Menschen nachhaltig zu erreichen. Andererseits brauchen wir auch eine individualisiert zugeschnittene Therapie, wie bei Herzinfarkt-Patienten der IPP-Studie erfolgte. Diese Präventionsmaßnahmen haben das Potential, die Sterblichkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachhaltig zu senken.“

 

Titelbild: 
v.l.n.r.: Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Prof. Dr. Rainer Hambrecht, Prof. Dr. Gerhard C. Schuler
(Foto © DGK/Thomas Hauss)