Wenn das Herz bricht – Das Broken-Heart-Syndrom

Ein Patient klagt plötzlich über Atemnot sowie starke Schmerzen und ein Engegefühl in der Brust (Angina Pectoris). Alle Symptome deuten auf einen Herzinfarkt hin und auch die Ergebnisse von EKG und Bluttests bestätigen diesen Verdacht. Erst eine Herzkatheteruntersuchung zeigt, dass keine für einen Infarkt typischen Verengungen der Herzkranzgefäße vorliegen. Die Medizin spricht in diesem Fall von der Stress-Kardiomyopathie oder vom ‚Broken-Heart-Syndrom‘ (Gebrochenes-Herz-Syndrom). Bei etwa 2 % aller Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt wird die Diagnose Broken-Heart-Syndrom gestellt, bei weiblichen Patienten sind es sogar 7,5 %.

Dahinter verbirgt sich eine Erkrankung des Herzens, die meist nach einer schweren emotionalen Belastungssituation auftritt, zum Beispiel dem Tod eines nahestehenden Menschen, der Trennung vom Partner oder einem schweren Unfall. Besonders häufig sind Frauen nach der Menopause betroffen. Dies hängt vermutlich mit dem abgesenkten Östrogenspiegel nach den Wechseljahren zusammen.

Durch die um ein vielfaches erhöhte Ausschüttung von Katecholaminen, den sogenannten Stresshormonen, kommt es zu einer Verkrampfung des Herzens und einer verminderten Schlagkraft an der Herzspitze. Die linke Herzkammer verformt sich: die Herzspitze bläht sich auf, während der Ausflusstrakt in die Aorta verengt ist. Diese Verformung der ausgesackten linken Herzkammer ähnelt der Krugform einer japanischen Tintenfischfalle, daher ist das Krankheitsbild auch unter dem Namen ‚Tako Tsubo‘ bekannt.

Im Akutfall muss das Syndrom notfallmedizinisch behandelt werden, da lebensbedrohliche Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen oder Kammerflimmern auftreten können. Die gute Nachricht lautet jedoch: In den meisten Fällen normalisiert sich der Zustand des Patienten innerhalb weniger Tage wieder und es bleibt keine Funktionsstörung des Herzmuskels zurück, wenn die akute Phase gut überstanden ist. 97 % der Betroffenen überleben das Broken-Heart-Syndrom und in der Regel regeneriert sich das Herz wieder vollständig.

 

Psyche und Herz

Das Broken-Heart-Syndrom zeigt, wie sehr sich die Psyche auf den Körper auswirken kann.
Stress und emotionale Belastung können das Herz direkt und indirekt in Anspruch nehmen.

Hier geben wir Ihnen 5 Tipps zur Stressvermeidung:

 


HERZ-TIPP Nr. 1

Gehen Sie Stress-Situationen bewusst aus dem Weg! Und wenn das nicht möglich ist: Wechseln Sie in stressigen Situationen in die Vogelperspektive. Distanzieren Sie sich innerlich von der aktuellen, Stress verursachenden Situation, wenn Sie sowieso nichts daran ändern können.

Je häufiger Sie diese Technik anwenden, desto einfacher gelingt es Ihnen, in stressigen Situationen Ruhe zu bewahren.

 


HERZ-TIPP Nr. 2

Schaffen Sie Ausgleich durch Sport, Unternehmungen und Hobbies, die Sie glücklich machen, um dauerhaft negativen Stress besser verarbeiten zu können!

Wenn Sie regelmäßig Zeit mit Dingen verbringen, die Ihnen Spaß machen, sind Sie zufriedener und weniger stressanfällig!

 


 

HERZ-TIPP Nr. 3

Erlernen Sie individuell einsetzbare Entspannungsübungen, wie z.B. Atemtechniken oder Yoga!

Wenn Sie regelmäßig üben, helfen Ihnen diese Techniken, in Stress-Situationen entspannt zu bleiben.

 


 

HERZ-TIPP Nr. 4

Runter von der Couch! Nach der Arbeit auf die Couch zum Fernsehen wirkt auf den ersten Blick entspannend, aber: Passive Tätigkeiten bauen den Stress nicht ab! Werden Sie aktiv!

Legen Sie sich abends nicht einfach nur auf die Couch, sondern nutzen Sie die Zeit für Aktivitäten, die beim Stressabbau helfen.

 


HERZ-TIPP Nr. 5

Achten Sie auf gesundes Essen! In Stress-Situationen neigen wir dazu, zu ungesunden Fast-Food-Produkten wie Burger, Pizza oder Pommes Frites zu greifen. Dies führt zu einem Teufelskreis: Ungesunde Ernährung führt dazu, dass wir uns schlecht fühlen.

Um dies z.B. im Büroalltag zu vermeiden, stehen Sie lieber 15 Minuten früher auf und bereiten Sie sich etwas Gesundes zum Essen vor oder greifen Sie unterwegs/in der Kantine zu gesünderen Varianten!