WHO-Studie: Weltweit bewegt sich jeder vierte Erwachsene zu wenig

Viele nutzen eher das Auto als das Rad, den Fahrstuhl statt der Treppe oder haben eine sitzende Tätigkeit und treiben als Ausgleich keinen oder zu wenig Sport. Laut einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewegen sich rund 1,4 Milliarden Menschen – also mehr als ein Viertel der erwachsenen Weltbevölkerung – zu wenig. Ebenso die zeitintensive Nutzung von Computern und Technik trägt dazu bei, dass der Bewegungsmangel eher zunimmt als weniger wird. Vor allem in reichen Ländern ist mangelnde Bewegung ein Problem. In Deutschland betrifft es laut Studie über 40 % der erwachsenen Bevölkerung. Dabei gilt Bewegungsmangel als ein großer Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder verschiedene Krebsarten.

Weltweit betrifft der Bewegungsmangel vor allem Industriestaaten (durchschnittlich 37% der Bevölkerung), in Staaten mit niedrigem Einkommen hingegeben sind lediglich 16% der Bevölkerung zu wenig sportlich aktiv.

Bei früheren Analysen der WHO waren die Werte ähnlich alarmierend und haben sich seit dem nicht verbessert. Die WHO empfiehlt für Erwachsene mindestens zweieinhalb Stunden Sport und Bewegung mit „moderater Intensität“ (z.B. Schwimmen oder Radfahren) oder 75 Minuten mit „kräftiger Intensität“ wie Joggen oder Teamsport.

 

„BREMEN LÄUFT 10!“ – niedrigschwelliges Präventionsangebot gegen den Bewegungsmangel

Wer zu viele Pfunde auf die Waage bringt, schadet seinem Herzen, denn Übergewicht und Adipositas (BMI > 30kg/m²) führen zu einer enormen Belastung für das Herz-Kreislauf-System. „Das Herz muss stärker arbeiten, da es mehr Körpermasse mit Blut und Sauerstoff versorgen muss“, erklärt Prof. Dr. Rainer Hambrecht, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bremer Herzen und Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Links der Weser. „Das Risiko für Fettstoffwechselstörungen, erhöhten Blutdruck und Typ-2-Diabetes steigt, was das Risiko für Herzkrankheiten zusätzlich erhöht.“

Mit einer Vielzahl an Präventionsprojekten klärt die Stiftung Bremer Herzen die Bevölkerung über Risikofaktoren wie Bewegungsmangel auf und animiert zu mehr Sport und Bewegung und einem verantwortungsvollerem Umgang mit der eigenen Herzgesundheit. Eines dieser Projekte ist die Aktion „BREMEN LÄUFT 10!“, bei der die Stiftung Bremer Herzen in Kooperation mit dem Bremer Leichtathletikverband und der AOK Bremen/Bremerhaven 10 Wochen lang kostenlose Lauftreffs anbietet. Diese von erfahrenen Trainern geleiteten Laufgruppen richten sich gezielt an die Menschen, die bislang zu wenig oder gar nicht sportlich aktiv waren. Über 250 Laufanfänger trainieren derzeit in den Gruppen und tun damit etwas für ihre Herzgesundheit. Ihr gemeinsames Ziel: wieder in Bewegung kommen, langsam die eigene Fitness steigern und bei einer großen Abschlussveranstaltung am 28. Oktober 2018 im individuellen Tempo eine Strecke von 10 Kilometern gehen oder gar laufen zu können.

 

Quelle: www.thelancet.com/journals/langlo/article/PIIS2214-109X(18)30357-7/fulltext

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