Bewegung ist die beste Medizin

Mit der Präventionsaktion „BREMEN LÄUFT 10!“ animieren wir Menschen zu regelmäßiger Bewegung, die bislang wenig oder gar keinen Sport gemacht haben. Denn Sport und Bewegung sind Schlüsselfaktoren für ein gesundes Herz – das gilt auch in der Sekundärprävention bei Patienten nach einem Herzinfarkt. Betroffene sollten jedoch zunächst richtig eingestellt sein und einen Trainingsplan individuell mit dem behandelnden Arzt abstimmen.

Die Leitlinien empfehlen für gesunde Personen mindestens 150 Minuten pro Woche Training moderater Intensität (moderat=eine Unterhaltung während der Bewegung ist noch problemlos möglich) oder 75 Minuten pro Woche Training hoher Intensität. Wichtig ist, dass die Dosis des Trainings individuell angepasst wird.

 

Die Effekte von regelmäßiger Bewegung und Sport:

  • Hält Herz und Gefäße leistungsfähig
  • Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringert sich
  • Senkung des Blutdrucks, Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes
  • Senkung des Blutzuckerspiegels
  • Senkung des erhöhten Cholesterinspiegels
  • Stärkung des Immunsystems durch eine vermehrte Bildung weißer Blutkörperchen
  • Überschüssige Pfunde verschwinden
  • Körperliche Ausdauer, Muskeln, Wohlbefinden und Selbstbewusstsein wachsen

 

 

Den Risikofaktoren zu Leibe Rücken

Nahezu alle Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit werden durch ein adäquates Maß an Bewegung gemindert. Der Effekt auf jeden einzelnen Faktor ist zwar moderat, doch das Zusammenspiel aller Änderungen führt zu einer erheblichen Risikominimierung. Klinische Studien konnten zeigen, dass körperliche Aktivität die Sterblichkeit reduziert und die Belastbarkeit steigert.

Wichtig ist, dass es sich dabei um Ausdauerbewegung handelt, die sogenannte aerobe Aktivität. Darunter versteht man eine körperliche Belastung von mindestens 10 Minuten Dauer, bei der es Fettverbrennung zu keiner übersteigerten Anhäufung von Lactat (Milchsäure) im Blut kommt. Lactat ist ein durch die Energiebereitstellung anfallendes Stoffwechselprodukt.

Für Herzpatienten empfiehlt sich ein allgemeines aerobes Ausdauertraining verschiedener Ausprägung. Sinnvoll sind z.B.

  • Gehen,
  • Nordic Walking,
  • Laufen (Jogging),
  • Fahrradergometer-Training,
  • Ausdauertraining an Kardiogeräten (Laufband, Stepper, Crosstrainer, Rudertrainer etc.),
  • Radfahren,
  • Schwimmen,
  • Inlineskaten

 

Dabei sind die hier zuerst genannten Sportarten für die meisten Herzpatienten am besten geeignet, da sie einen hohen kardiovaskulären Trainingseffekt haben, einfach auszuführen sind und ein geringes Risiko für Verletzungen beinhalten. Besonders bei Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit hat sich ein Training auf dem Fahrradergometer bewährt, da hierbei die Intensität exakt eingestellt werden kann.

Sportarten, die kurzfristig einen hohen Kraftaufwand erfordern wie etwa Gewichtheben oder Bodybuilding sind für Herzpatienten nicht geeignet. Dagegen wird ein sanftes, dynamisches Krafttraining unter ärztlicher Anleitung allen Herzpatienten empfohlen. Dies gilt insbesondere, wenn sie an einer generellen Leistungsschwäche, an durch die Krankheit oder den Krankenhausaufenthalt bedingter Muskelschwäche oder gar Muskelschwund sowie unter orthopädischen Begleiterkrankungen leiden. Die Patienten sollen mobil bleiben sowie ihre Lebensqualität und Fitness gesteigert werden.

Für ein solches Training ist im Gegensatz zum Ausdauertraining keine Mindestbelastbarkeit erforderlich. Das dynamische Krafttraining kann an Trainingsmaschinen, mit Geräten wie zum Beispiel Hanteln oder Therabändern sowie mit dem Eigengewicht des Körpers erfolgen. Ziel dieser Trainingstherapie ist es, Kraft- und Muskelverluste auszugleichen sowie Muskel- und Skelett-Erkrankungen vorzubeugen.

Mit der Bewegungstherapie haben Sie die Möglichkeit, aktiv etwas gegen Ihre Krankheit zu tun. Sie sind nicht einfach nur Patient, mit dem etwas „gemacht wird“ – Sie tun selbst etwas für sich und Ihre Gesundheit.