Sommer, Sonne, Herzprobleme?

Für Menschen mit Herzproblemen können sommerliche Temperaturen eine besondere Herausforderung sein. Eine Herz-Kreislauf-Erkrankung muss aber nicht gleich den Verzicht auf eine Reise bedeuten. Wir geben Tipps, wie auch Herzpatienten den Sommer unbeschwert genießen können.

Extreme Temperaturen meiden und Flüssigkeitsverlust ausgleichen
Menschen mit Herzproblemen machen hohe Temperaturen zu schaffen. Sie sollten besonders den schnellen Wechsel zwischen extremen Temperaturen meiden, beispielsweise von klimatisierten Räumen direkt in die pralle Sonne. Auch viel Trinken ist eine wichtige Devise! Denn wer bei sommerlicher Hitze nicht schlapp machen will, muss den durch das Schwitzen bedingten Flüssigkeitsverlust ausgleichen und viel trinken. Grundsätzlich liegt die Empfehlung bei zwei Litern Flüssigkeit am Tag. An heißen Tagen kann dies mehr sein. Eine Besonderheit sind Patienten mit Herzschwäche, die zu große Flüssigkeitszufuhr meiden sollten.

Wichtig ist es, die Getränke nicht eiskalt zu genießen. „Eiskalte Getränke müssen vom Körper erst einmal auf eine verträgliche Temperatur erwärmt werden“, erklärt Prof. Dr. Rainer Hambrecht, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bremer Herzen und Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Links der Weser. „Zu kalte Getränke aktivieren den Stoffwechsel und das lässt uns nur noch mehr schwitzen. Außerdem sollte man auf unnötigen Zucker und vor allem auf Alkohol verzichten. Wer eine Herzschwäche hat, sollte seine Trinkmenge unbedingt mit dem Arzt abstimmen.“

Bewegung ja – aber keine sportlichen Höchstleistungen
Bewegung ist auch im Sommer wichtig fürs Herz, aber hohe Anstrengungen sollte man am besten in die Morgen- oder Abendstunden verschieben, denn übermäßige körperliche Aktivitäten sind bei Hitze eine Belastung für Herz und Kreislauf. Eine Abkühlung kann man sich auch verschaffen, indem man kaltes Wasser an der Innenseite der Handgelenke laufen lässt. Luftige Kleidung hilft auch bei heißen Temperaturen. Helle, leichte Stoffe aus Naturfasern vermeiden Hitzestau.

Check-up beim Arzt, bevor es in den Urlaub geht und auch im Urlaub ans Herz denken
Vor einem geplanten Sommerurlaub sollten Herzpatienten immer zuerst mit ihrem behandelnden Arzt sprechen. Dieser kann sie am besten über mögliche Risiken aufklären und beurteilen, ob sie reisefähig sind. Bei der Reiseplanung informieren sich Herzpatienten am besten vorher, ob am Reiseziel ggf. eine ausreichende medizinische Versorgung bei Notfällen gegeben ist.

19Im Urlaub sollten herzkranke Menschen Extremsituationen wie Hitze, Kälte oder auch schwere Bergtouren und abgelegene Orte ohne Kommunikationsmöglichkeit meiden. Sie sollten am Urlaubsort wie auch daheim auf gesunde Ernährung achten. Leichte Ernährung entlastet das Herz bei hohen Temperaturen zusätzlich. Statt reichhaltigen Mahlzeiten am Hotelbuffet lieber zu fettarmen Gerichten und Salaten greifen. Es empfiehlt sich für Herzpatienten, im Urlaub ihre Krankenunterlagen für den Notfall griffbereit zu haben und ebenso Ausweise für Gerinnungshemmer, Schrittmacher oder beispielsweise Defibrillatoren auf eine Reise mitnehmen. Trotz geändertem Tagesrhythmus sollte man auch im Urlaub auf die regelmäßige Einnahme der Medikamente achten.

Mit Hilfe dieser Tipps können dann auch für Herzpatienten die Sommertage zu schönen Urlaubsmomenten werden.